Service > Glossar > E

E

EEG – Vergütungssätze

Das EEG regelt die Vergütung einer Kilowattstunde Strom aus regenerativen Quellen. Es unterscheidet dabei zwischen den verschiedenen Quellen, wie Windkraft, Photovoltaik, Geothermie, Biomasse, sowie Gruben-, Deponie-, und Klärgas. Des Weiteren wird noch der Standort der Energiewandlungsanlage betrachtet (an Land, auf dem Meer, PV auf Häusern, oder auf Freiflächen). Zusätzlich zu der Grundvergütung gibt es verschiedene Boni, wenn innovative Techniken eingesetzt werden, entstehende Wärme genutzt wird, oder die Anlagen zur Netzstabilität beitragen. Die Vergütungssätze werden, mit Ausnahme der kleinen Wasserkraft, jedes Jahr verringert, wobei die Degression je nach Energiequelle, Standort und Anlagengröße unterschiedlich hoch ausfällt. Durch die Degression wird die Vergütung an die Marktentwicklung angepasst.


Effizienz

Bedeutet, dass ein Ziel mit möglichst geringen Mitteln erreicht wird. Bei der Energie geht es zum einen um einen möglichst hohen Wirkungsgrad und zum anderen um einen möglichst geringen Energieverbrauch von Gebäuden, Prozessen und Geräten.


Eigenerzeugung

Bedeutet, dass die benötigte Energie in eigenen Anlagen erzeugt wird. Die erzeugte Energie ist hauptsächlich für den Eigenverbrauch bestimmt, Überschüsse können entweder gespeichert, oder in das Netz eingespeist werden.


Einspeisevergütung

Ist eine gesetzlich festgelegte Vergütung, die für die Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energiequellen in das öffentliche Netz bezahlt wird. Die Vergütungssätze für die verschiedenen erneuerbaren Energien sind im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt.


Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU)

EVUs sind Unternehmen, die andere EVUs und Verbraucher mit elektrischer Energie versorgen.


Emissionen

(Austrag, Ausstoß) Emissionen sind alle Arten von abgegebenen Störfaktoren an die Umwelt. Dies können Gase, Stäube, Flüssigkeiten, Wärme, Erschütterungen, Geräusche oder auch Strahlen sein. Um Menschen und Umwelt zu schützen sind in Rechtsvorschriften Grenzwerte festgelegt. Jede Emission zieht an einem anderen Ort eine Immission (Eintrag) nach sich.


Endenergie

Endenergie ist der Teil der eingesetzten Primärenergie, der dem Endverbraucher nach Umwandlung zur Nutzung zur Verfügung steht, z. B. in Form von Kohlebriketts, Heizöl, Erdgas, Strom, Fernwärme, Wärme aus Solarkollektoren).


Endenergiebedarf

Der Endenergiebedarf ist die Energiemenge, die ein Gebäude oder eine Wohnung benötigt, um eine normierte Raumtemperatur und die Warmwasserbereitstellung über das ganze Jahr hinweg zu gewährleisten. Dabei werden auch die klimatischen Gegebenheiten berücksichtigt. Dadurch wird es möglich den Endenergiebedarf an verschiedenen Orten zu vergleichen. Mit eingerechnet ist der Energiebedarf für Regler und Pumpen, z. B. im Heizkreislauf. Schnittstelle für die Ermittlung des Endenergiebedarfs ist die Gebäudehülle, also die Verbindung zu den öffentlichen Netzen (Gas, Strom, gegebenenfalls Nah-, oder Fernwärme).


Endenergieträger

Unter Endenergieträger versteht man den Energieinhalt von Stoffen oder die Erscheinungsform von Energie, die der Endverbraucher bezieht (z.B. Heizöl, Strom, Holzpellets). Sie stehen für die Umwandlung in Nutzenergie zur Verfügung.


Endenergieverbrauch

Der Endenergieverbrauch ist die Summe der zur Erzeugung von Nutzenergie verwendeten Endenergie. Den größten Teil des Endenergieverbrauchs macht die Wärmebereitstellung aus.


Endschaftsbestimmungen

Regelungen in einem Konzessionsvertrag, die Bestimmungen für den Fall enthalten, dass der bisherige Energieversorger nach Vertragsende als Konzessionär ausscheidet und ein anderer Energieversorger oder die Gemeinde den Netzbetrieb übernimmt. Wesentlicher Bestandteil ist ein Anspruch auf Übertragung des Eigentums am Netz zugunsten der Gemeinde oder des neuen Energieversorgers gegen einen angemessenen Kaufpreis. Ein vertraglicher Anspruch auf Eigentumsübertragung ist aus kommunaler Sicht erforderlich, da die in § 46 Abs. 2 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) enthaltene Endschaftsbestimmung lediglich von einer „Überlassung“ des Netzes an den neuen Energieversorger spricht. Ob darin ein Anspruch auf Eigentumsübertragung enthalten ist, ist umstritten und bislang höchstrichterlich nicht geklärt, so dass ohne vertragliche Regelung Rechtsunsicherheit droht.


Endschaftsklausel in Konzessionsverträgen

Hierbei handelt es sich um Vertragsbestandteile, die die Übertragung des Eigentums an den Verteilungsanlagen nach Konzessionsvertragsende auf die Kommune festlegen. In der Vergangenheit wurden teilweise Bedenken gegen solche Klauseln vorgebracht. Der BGH (Urteile vom 29.09.2009; AZ: EnZR 14/08 und EnZR 15/08) hat jedoch 2009 entschieden, dass auch das geänderte EnWG der Gültigkeit solcher Klauseln nicht entgegensteht. Ihre besondere Wichtigkeit für die Kommune ergibt sich aus der sonst möglicherweise eintretenden Rechtsunsicherheit (vgl. Endschaftsbestimmungen)


Energie

Energie kann in verschiedenen Formen vorliegen, z. B. potentielle, kinetische, chemische, oder thermische Energie, aber auch Kern- oder Strahlungsenergie. Energie kann weder gewonnen werden, noch verloren gehen. Sie kann nur umgewandelt werden. Die Einheit für Energie ist Joule (J).


Energieausweis

Der Energieausweis ist seit dem 1. Januar 2009 für Wohngebäude Pflicht. Seit dem 1. Juli 2009 müssen auch öffentliche Gebäude ab einer Fläche von 1000 m² (meist Schulen, Hochschule, Krankenhäuser, etc.) einen Energieausweis vorweisen. Der Energieausweis gibt einen Überblick über die energetische Qualität eines Gebäudes. Dabei wird der Energiebedarf für Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftung berücksichtigt. Bei Nichtwohngebäuden zusätzlich noch der Energiebedarf für Beleuchtung und Kühlung. Bestandteil ist eine Farbskala von grün (geringer Verbrauch) bis rot (hoher Verbrauch). Es gehören auch Modernisierungsempfehlungen dazu. Es gibt zwei Arten des Energieausweises: Den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis. Rechtliche Grundlage ist die Energieeinsparverordnung (EnEV).


Energiebedarf

Energiebedarf ist die Energiemenge, die man zur Erfüllung einer bestimmten Aufgabe in einem festgelegten Zeitintervall benötigt. Im Bereich der Gebäudewärmeversorgung wird er anhand der energetischen Qualität von Gebäude und Heizungssystem berechnet und kann nach Primär-, Sekundär- und Endenergiebedarf unterschieden werden. Umgangssprachlich wird der Begriff Energieverbrauch oft synonym angewandt.


Energiebilanz

In einer Energiebilanz werden die Zu- und Abfuhr von Energie an festgelegten Systemgrenzen, sowie Energieströme innerhalb dieses definierten Systems in einem bestimmten Intervall beschrieben. Dabei werden alle Energieformen berücksichtigt. Eine Energiebilanz hilft Schwachstellen im System aufzuzeigen und die energetische Qualität des Gesamtsystems, z. B. eines Gebäudes, zu bewerten.


Energieeffiziente Gebäude

Dies sind Gebäude, die Energie effizienter Nutzen, als vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Es gibt dabei unterschiedliche Typen:

  • Niedrigenergiehaus 
  • KfW 60
  • KfW 40
  • Passivhaus
  • Nullenergiehaus
  • Plusenergiehaus


Energieeffizienz

Bei Energieumwandlungsprozessen geht immer ein Teil der eingesetzten Energie verloren. Diese Umwandlungsprozesse sind nötig, um Energie in einer nutzbaren Form bereitzustellen. Ziel ist es, diese „Energieverluste“ so gering wie möglich zu halten. Die Energieeffizienz gibt an, wie viel Prozent der eingesetzten Energie nutzbar gemacht wird.


Energieeinheiten

Joule [J]: Ist die offizielle Maßeinheit für Energie. 1 Joule entspricht einem Newtonmeter [Nm]


Energieeinsparungsgesetz (EnEG)

Das Energieeinsparungsgesetz wurde 1976 erlassen und seither mehrmals aktualisiert. Es ermächtigt die Bundesregierung Rechtsverordnungen zur Gewährleistung der Energieeinsparung im Baubereich zu erlassen. Die letzte Novelle des EnEG gilt seit April 2009. Das EnEG ist die Grundlage für die Energieeinsparverordnung (EnEV).


Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die Energieeinsparverordnung schreibt für Neubauten einen maximal zulässigen Energieverbrauch fest. Der Wert ist u. a. von Größe und Bauform des Gebäudes abhängig. Für bestehende Gebäude gibt die Verordnung Vorgaben zur Mindestdämmstärke. Wenn ein Bauteil erneuert oder gedämmt wird, muss ein bestimmter U-Wert unterschritten werden. Die EnEV ist am 01.02.2002 in Kraft getreten und hat die bisherige Wärmeschutzverordnung (WSV) sowie die Heizungsanlagen-Verordnung (HeizAnlV) abgelöst. Sie wurde seither mehrfach überarbeitet, u. a. durch neue EU-Richtlinien. Die EnEV ist Grundlage für den Energieausweis.


Energiekosten

Es handelt sind dabei um Kosten für die genutzte Endenergie. Diese Kosten steigen seit Jahren und werden sicherlich auch in Zukunft weiter steigen, vor allem für private Abnehmer von Energie. Drastisch spürbar war und ist dies vor allem bei erdölbasierten Energieträgern und Strom. Gründe hierfür sind sicherlich der weltweit steigende Energiekonsum bei gleichzeitig knapper werdenden Ressourcen, aber auch der fehlende Wettbewerb in vielen Bereichen der Energiebereitstellung. Im Strombereich wird oft der Ausbau der erneuerbaren Energien als Grund für steigende Preise angeführt, was nur ein Teil der Wahrheit ist, da andere Kosten der Stromerzeugung und –Verteilung in den letzten Jahren wesentlich stärker gestiegen sind.


Energiemix

Dieser Mix bezeichnet die Verwendung verschiedener Primärenergieträger zur Energieversorgung. Durch diesen Mix ist man nicht von einem Energieträger abhängig. Die Energiebereitstellung in Deutschland basiert zu einem großen Teil auf fossilen Energieträgern (Erdöl 34,7%, Kohle 22,3%, Erdgas 21,8%). Kernenergie (11%) und erneuerbare Energien (8,9%) haben einen vergleichsweise geringen Anteil am Primärenergiebedarf (Daten: AG Energiebilanzen e.V.).


Energiepark

Ein Energiepark ist eine Fläche, auf der verschiedene Energiewandlungstechniken, vorzugsweise erneuerbare Energien wie Solarenergie, Windenergie etc., kombiniert werden und dezentral Strom und/oder Wärme erzeugen. Zu den Energieparks gehört auch die Infrastruktur (Leitungen), sowie eventuell Speicher.


Energiepflanzen

Es handelt sind dabei um landwirtschaftliche Nutzpflanzen, die ausschließlichen mit dem Ziel der Energieerzeugung angebaut werden. Sie gehören zu den nachwachsenden Rohstoffen. Energiepflanzen können nachhaltig angebaut werden, sollten dabei weder der Umwelt schaden, noch die Nahrungsmittelproduktion verdrängen. Der Beitrag zum Klimaschutz wird ggf. zunichte gemacht, wenn die Biomasse über zu lange Distanzen zum Verwertungsort transportiert wird. Vorteil der Biomasse ist, dass fossile Ressourcen geschont werden, sie nachwächst, lagerfähig ist und die Umwandlung in Nutzenergie nicht so stark fluktuiert, wie bei andere erneuerbaren Energien ( z. B. Wind- und Sonnenenergie). Die Biomassenutzung kann ländlichen Regionen neue Perspektiven geben, ist aber vielerorts umstritten.


Energiesparen

Vom Energiesparen spricht man, wenn weniger Primärenergie für das Leben und die Wirtschaft verbraucht bzw. benötigt wird, wie in ein Vergleichszeitraum. Aus wirtschaftlicher Sicht senkt Energiesparen die laufenden Kosten. Da die Vorräte fossiler Energien zur Neige gehen, wird es notwendig werden, mit diesen Ressourcen sparsamer umzugehen. Durch einen geringeren Primärenergieverbrauch leistet man zusätzlich auch einen Beitrag zum Klimaschutz.


Energiesparmaßnahmen

Dabei sind alle technischen Maßnahmen gemeint, die dazu führen, dass für den gleichen Nutzen (z. B. Raumtemperatur von 20°C, Beleuchtung,…) weniger Energie verbraucht wird. Weitere Beispiele sind eine bessere Wärmedämmung oder eine Steigerung der Energieeffizienz.


Energiespeicher

Sie dienen der Speicherung von Energie, um diese zu einem späteren Zeitpunkt nutzen zu können. Besonders bei Erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie fluktuiert die Erzeugung, bzw. kann nur zu bestimmten Tageszeiten erfolgen. Um diese Schwankungen auszugleichen, benötigt man entsprechende Speicher, damit z. B. auch nachts oder bei Flaute Strom bzw. Wärme zur Verfügung steht. Zur Speicherung von Strom stehen verschiedene Technologien zur Verfügung, z. B., Batterien, Akkumulatoren oder auch Pumpspeicherkraftwerke. In Zukunft könnten z. B. auch viele Elektroautos als Speicher für elektrische Energie genutzt werden. Wärme kann in einem Warmwasserspeicher im Keller oder in einem Erwärmespeicher gespeichert werden. Bei größeren Wärmenetzen erfolgt dies in großen ober-/unterirdischen Nah- und Fernwärmespeicher.


Energietransport

Der Transport ist ein tragender Baustein der Energieversorgung. In den seltensten Fällen liegen Energieerzeugung und –verbrauch am selben Ort. Um die benötigte Energie von ihrem Erzeugungsort zum Ort des Verbrauchs zu bringen, ist ein Transport unerlässlich. Sichtbarer Teil des Transportnetzes sind Stromleitungen, aber auch Gas- und Öl-Pipelines sowie Wärme- und Kältenetze. Feste und flüssige Energieträger, wie Kohle, Erdöl, Biomasse, oder auch Flüssiggas können mit Hilfe von Schiffen, der Bahn oder LKWs transportiert werden. Bei jedem Energietransport fallen Verluste an, die aber unterschiedlich hoch sind. In Pipelines, bei Bahn- oder Schiffstransport betragen sie oft weniger als ein Prozent. Im Stromnetz bis zu 5% auf 1000km und in Wärmenetzen liegen sie zwischen 4 und 20%.


Energieträger

Energieträger enthalten oder übertragen Energie. Primärenergieträger sind Rohstoffe wie Kohle, Biomasse oder Rohöl, Sonnenenergie (Strahlung), Impulse oder auch Felder. Strom, künstliches Licht oder auch Benzin fallen unter die Sekundärenergieträger. Energieumwandlung Um Energie (chemisch, potenziell, thermisch, kinetisch,…) nutzbar zu machen, muss sie umgewandelt werden. So wird die kinetische Energie des Windes mittels Windkraftanlagen in elektrische Energie umgewandelt. Diese Energie kann wiederum für verschiedene andere Zwecke umgewandelt werden, z. B. in Strahlungsenergie (Beleuchtung), thermische Energie (kochen).
Energie kann nie geschaffen, oder vernichtet werden; sie kann nur umgewandelt werden. Dabei ist zu beachten, dass bei jeder Umwandlung Verluste auftreten.


Energieverbrauch

Umgangs- und wirtschaftssprachlich meint Energieverbrauch, die tatsächlich vom Verbraucher genutzte Energie, bezogen auf einen bestimmten Zeitraum (Strom und Wärme pro Jahr, o.ä.). Begrifflich ist dies nicht korrekt, da Energie nie verbraucht werden kann, sondern nur umgewandelt wird. Ein passenderer Begriff, der ähnliches meint, ist Energiebedarf. Der Energieverbrauch wird, speziell im Bereich der Gebäudewärmeversorgung, gemessen bzw. durch Heizkostenabrechnungen ermittelt. Die Höhe des (Wärme-) Energieverbrauchs wird neben der energetischen Qualität auch durch das Nutzerverhalten bestimmt.


Energieverbrauchskennzeichnung

Die Kennzeichnung soll beim Kauf von Elektrogeräten die Kaufentscheidung unterstützen. Sie gibt u. a. Auskunft darüber, wie viel Strom ein Elektrogerät „verbraucht“. Auf EU-Ebene gilt das EU-Energielabel, das die Energieeffizienz eines Gerätes mit Hilfe von Buchstaben in Klassen aufteilt. A++ ist dabei der beste Wert (geringster Energiebedarf), G der Schlechteste (sehr hoher Energiebedarf). A++ Geräte haben dabei einen um etwa 45% geringeren Energiebedarf, als Geräte der Klasse A.


Energieverlust

Dieser Verlust bezeichnet die Energie, die bei der Umwandlung von einer Energieform in eine andere nicht genutzt werden kann. Physikalisch gesehen kann Energie nicht verloren gehen sondern wird in eine andere Energieform umgewandelt: Allerdings kann nicht jede Energieform für alle Zwecke genutzt werden, z. B. kann die gesamte Wärme in einem Kraftwerk nicht in elektrische Energie umgewandelt werden. Ein Teil wird mit den Abgasen an die Umwelt abgegeben. Berechnet werden können die „Verluste“ mit Hilfe des Wirkungsgrades einer Anlage. Beträgt dieser zum Beispiel 43%, so sind die Verluste 1 – 0,43 = 0,57, oder auch 57%.


Energieverlust

Dieser Verlust bezeichnet die Energie, die bei der Umwandlung von einer Energieform in eine andere nicht genutzt werden kann. Physikalisch gesehen kann Energie nicht verloren gehen sondern wird in eine andere Energieform umgewandelt: Allerdings kann nicht jede Energieform für alle Zwecke genutzt werden, z. B. kann die gesamte Wärme in einem Kraftwerk nicht in elektrische Energie umgewandelt werden. Ein Teil wird mit den Abgasen an die Umwelt abgegeben. Berechnet werden können die „Verluste“ mit Hilfe des Wirkungsgrades einer Anlage. Beträgt dieser zum Beispiel 43%, so sind die Verluste 1 – 0,43 = 0,57, oder auch 57%.


Energieversorgung

Oft wird mit Energieversorgung nur die Belieferung der Endverbraucher mit Nutzenergie (Strom, Wärme, Kälte,…) gemeint. Im weiteren Sinne gehört aber auch die Versorgung mit Sekundärenergieträgern wie Gas, Heizöl, oder Treibstoff zur Energieversorgung. Im weitesten Sinne kann die gesamte Prozess- und Wertschöpfungskette von der Förderung der Primärenergieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas,…) bis zum Endverbraucher als Energieversorgung bezeichnet werden. Energieversorgungsunternehmen bedienen sich oft nur die letzten Schritte.


Energieversorgungsnetz

siehe Versorgungsnetz


Energieversorgungsunternehmen

EVUs sind meist Unternehmen, die Energie (Strom, Wärme,…) erzeugen, vertreiben und ggf. auch verteilen. Generell können alle natürlichen oder juristischen Personen EVU sein. Die größten EVUs in Deutschland (E.ON, RWE, Vattenfall, EnBW) kontrollieren 80% des Strommarktes. Daneben gibt es hunderte regionale Anbieter und EVUs, die elektrische Energie vorwiegend aus erneuerbaren Energien gewinnen und vertreiben (Lichtblick, Greenpeace energy, Elektrizitätswerke Schönau, Naturstrom).


Energiewald

siehe Kurzumtriebsplantage


Energiewende

Ist der Begriff für die Wandlung der Energieerzeugungsstruktur bis hin zu einem ökologischen und nachhaltigen Energiesystem, das auf erneuerbaren Energien basiert. Dabei werden die fossilen Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas), sowie die Kernenergie immer weiter verdrängt. Die Energiewende ist Teil der Rohstoffwende, die auf einen Ersatz möglichst aller fossilen und mineralischen Rohstoffe durch nachwachsende, biologische abzielt. Die Energiewende ist stark verbunden mit einer Veränderung der Energiepolitik, einem Übergang von zentraler auf dezentrale Energieerzeugung, und einer Steigerung der Energieeffizienz.


Energiewirtschaft

Sie umfasst im weiteren Sinne alle Aktivitäten zur Deckung des Energiebedarfs. Im engeren Sinne ist damit die Wandlung, Speicherung und Verteilung von Energie gemeint. Teile der Energiewirtschaft sind die Energieversorgungsunternehmen, aber auch die Erdölindustrie, sowie Kohlebergbau und –handel.


Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Dieses Gesetz enthält die grundlegenden rechtlichen Regelungen leitungsgebundener Energie.


Erdgas

Erdgas ist ein fossiler, brennbarer Energierohstoff. Er wird hauptsächlich zur Wärmebereitstellung genutzt, aber auch als Treibstoff und in Kraftwerken. Hauptbestandteil ist Methan.


Erdwärme

Erdwärme zählt zu den erneuerbaren Energien. Sie nutzt die Wärme der Erdkruste, welche zum einen gespeicherte Sonnenenergie und zum anderen die Energie des Erdinnern ist. Siehe auch Geothermie. Erdwärme wird hauptsächlich zu Heizzwecken genutzt. Dafür wird die gewonnene Wärme mittels einer Wärmepumpe auf das geforderte Niveau gebracht. Die Wärme eignet sich besonders für großflächige Heizungen, wie Fußboden, Wand-, oder Deckenheizungen. Erdwärme wird auch verstärkt zur Klimatisierung von Gebäuden genutzt. Bei ausreichenden Temperaturen kann Erdwärme auch zur Stromerzeugung genutzt werden. Die wird vor allem in Regionen mit starker vulkanischer Aktivität und hohen Temperaturen in den oberen Erdschichten genutzt.


Erdwärmekollektoren

Diese Kollektoren nutzen die Erdwärme relativ nahe an der Erdoberfläche. Sie werden auf einer ausreichend großen Fläche (z.B. Garten) in 80 bis 160 cm Tiefe verlegt und bestehen entweder aus Kunststoffrohrschleifen, oder aus Kapillarrohrmatten. Durch die Nähe zur Erdoberfläche ist der Wärmeertrag stärker von den Witterungsbedingungen an der Oberfläche abhängig und somit nicht so sehr vom Wärmestrom aus dem Erdinneren. Von Vorteil sind die relativ geringen Investitionskosten im Vergleich zu Erdwärmesonden. Nachteilig wirken sich die stärkeren Abhängigkeiten von den Witterungsbedingungen und Temperaturen an der Erdoberfläche. Durch eine gute Steuerung der Wärmepumpe können Erdwärmekollektoren i. d. R. genug Wärme bereitstellen.


Erdwärmesonden

Erdwärmesonden nutzen die Wärme, die aus dem Erdinneren in Richtung Kruste strömt. Sie dringen je nach benötigter Wärmeleistung in Tiefen zwischen 50 und 2500 m vor. Die Sonden bestehen bei Tiefenbohrungen aus eingebrachten Rohrbündeln. Als Wärmeträger wird meist Wasser eingesetzt, welches dann mittels einer Wärmepumpe auf das geforderte Niveau gehoben wird. Der Vorteil gegenüber Wärmekollektoren ist, dass der Wärmestrom über das gesamte Jahr annähernd konstant ist. Im Sommer können die Sonden auch zur Kühlung von Gebäuden verwendet werden. Dabei wird die abgeführte Wärme in den Untergrund gepumpt und dort zur Nutzung in den kalten Monaten gespeichert.


Erdöl

Dieser fossile Energierohstoff ist der Ausgangsstoff für Schweröle, Heizöle, Treibstoffe sowie für verschiedene chemische Produkte.


Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

Das EEWärmeG trat Anfang des Jahres 2009 in Kraft und verfolgt als Gesetzeszweck den Umwelt- und Klimaschutz, Ressourcenschonung und die Sicherung der Energieversorgung. Es legt fest, dass bis zum Jahr 2020 14 % des Energieverbrauchs für die Wärmeerzeugung in Deutschland aus Erneuerbaren Energien stammen soll. Erfasst ist die Erzeugung von Raum-, Kühl- und Prozesswärme sowie Warmwasser. Das EEWärmeG verpflichtet beim Neubau von Gebäuden den Eigentümer dazu, Erneuerbare Energien zur Wärmeversorgung zu nutzen. Die hierzu erforderlichen Investitionen werden finanziell gefördert. Daneben erleichtert das Gesetz den Ausbau von Wärmenetzen durch die Kommunen. Bereits vor dem BundesEEWärmeG trat in Baden-Württemberg ein Gesetz zur Nutzung erneuerbarer Wärmeenergien (LEWärmeG) in Kraft. Dieses Gesetz hat neben dem EEWärmeG in Baden-Württemberg weiterhin Gültigkeit. Es sieht vor, dass neben den Regelungen für die Nutzung von erneuerbaren Energien für Neubauten, auch Altbauten, nach einem Austausch der Heizungsanlage 10 % ihres Energiebedarfs über erneuerbare Energien decken müssen. Ein Austausch der Heizungsanlage liegt bereits vor, wenn der Kessel oder ein anderer zentraler Wärmeerzeuger ausgetauscht wird. Diese Pflicht zur Nutzung von 10 % erneuerbarer Energien trifft auch die öffentliche Hand und bietet hier Chancen für die Kommunen die Versorgung ihrer Immobilien komplett auf diese Energiequellen umzustellen.


Erneuerbare Energien

(auch: alternative, oder regenerative Energien) sind Energieformen die dem Menschen unbegrenzt zur Verfügung stehen, da sie sich immer wieder erneuern. Dies unterscheidet sie von den fossilen Energien und Rohstoffen, die endlich sind und auch teilweise schon in wenigen Jahrzehnten aufgebraucht sein werden. Daher ist es mittlerweile Konsens, dass auf mittlere bis langfristige Sicht, die Energieversorgung ausschließlich, oder zumindest zu einem sehr großen Teil, auf erneuerbaren Energieträgern basieren muss. Erneuerbare Energien sind Energie aus Biomasse, Erdwärme, Solarenergie, Wind-, und Wasserkraft. In Deutschland wird die Nutzung erneuerbarer Energien seit 1990 gefördert, was bis heute zu einem starken Ausbau der Kapazitäten geführt hat. Erneuerbare hatten im Jahr 2009 einen Anteil von über 16% am Stromverbrauch in Deutschland. Dieser Wert soll bis 2020 auf 30% steigen. Am gesamten Strom-, Wärme-, und Treibstoffverbrauch hatten die Erneuerbaren 2009 einen Anteil von über 10%. Die Nutzung erneuerbarer Energien kann einen sehr großen Beitrag zum Klimaschutz leisten.


Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)

(Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien) Es soll eine nachhaltige Energieversorgung ermöglichen. Dies Geschieht durch die Förderung Erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung, wodurch z.B. die Abhängigkeit von fossilen Energien und die langfristigen Kosten externer Effekte reduziert werden sollen.


Ethanol

(C2H6O) ist einwertiger Alkohol (Trinkalkohol). In Form von Bioethanol, der durch Gärung aus Biomasse gewonnen wird, wird Ethanol auch als Treibstoff genutzt.


European Energy Award® (EEA®)

Der EEA® ist ein auf europäischer Ebene entwickeltes Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren. Dabei wird die Qualität der Energieerzeugung und -nutzung in einer Kommune bewertet, regelmäßig überprüft und Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz aufgezeigt. Näheres finden Sie unter European Energy Award®


European Energy Exchange (EEX)

Die EEX ist die größte Energiebörse in Europa mit Sitz in Leipzig. An ihr werden neben Strom auch CO2-Zertifikate, Kohle und Erdgas gehandelt. Große Bedeutung hat die Börse im Bereich des Stromhandels. Der an der EEX gebildete Strompreis dient als Referenzpreis für den gesamten deutschen Strommarkt, teilweise auch für andere europäische Länder. Kurzfristig wird der Strom am Spotmarkt, langfristige bzw. zukünftige Stromliefermengen werden am Terminmarkt gehandelt.


EUROSOLAR

(Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V.); gemeinnützige Vereinigung für Erneuerbare Energien auf europäischer Ebene.


Termine

Keinen Eintrag gefunden.


> mehr
nach oben