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B

Bauteilaktivierung

Zur Temperierung (heizen und/oder kühlen) von Gebäuden kann deren gesamte Masse genutzt, bzw. thermisch aktiviert werden. Hierfür werden in massiven Decken und Wänden Rohre verlegt, die von Wasser durchflossen, und dadurch insgesamt als Übertragungs- und Speichermasse thermisch aktiviert werden. Durch die großen Flächen können die Systemtemperaturen verglichen mit einer gängigen Zentralheizung gering gehalten werden.


Bedarfsausweis

Der Bedarfsausweis ist eine Form des Energieausweises. Er wird auf Grundlage einer technischen Analyse der Heizungsanlage und der Bausubstanz erstellt. Der Bedarfsausweis ist nicht vom individuellen Nutzerverhalten abhängig. Es werden zwei verschiedene Werte angegeben: Primärenergiebedarf und Endenergiebedarf.


BEE

Abkürzung für „Bundesverband Erneuerbare Energie“. Der Verband wurde 1991 als Dachverband der Fachverbände der Erneuerbaren Energien gegründet. Mitglieder des Vereins sind Verbände aus den Bereichen Wasserkraft, Windenergie, Biomasse, Solarenergie und Geothermie.


Bergbehörde

Diese führt die Bergaufsicht aus und überwacht die Einhaltung des Bergrechts (Bundesberggesetz, Bergverordnungen, Betriebspläne). Die Bergbehörde erteilt Bergbauberechtigungen (z.B. Bewilligungen) und lässt Betriebspläne zu. In Baden-Württemberg ist das frühere Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau durch eine Verwaltungsreform in das Regierungspräsidium Freiburg eingegliedert worden. Sie ist die zentrale Bergbehörde für ganz Baden-Württemberg.


Bergrecht

Das Bundesberggesetz beruht auf dem Prinzip der Bergfreiheit. Früher übte der König oder Landesherr ein Hoheitsrecht über bestimmte Erze und Salze aus (Bergregal) und gestattete anderen Personen deren Abbau, gegen eine Abgabe(Bergzehnt, Berggefälle). Heute liegt das Bergwerkseigentum beim Staat, und nicht beim Grundeigentümer. Der Staat behält sich das Recht der Ausbeutung von Lagerstätten vor (bergfreie Bodenschätze) und der Grundeigentümer hat Anspruch auf Entschädigung. Auch die Geothermie gilt als bergfrei.


Beteiligungskapital

Kapital, mit welchem sich eine Beteiligungsgesellschaft an einem Unternehmen beteiligt. Sie erwirbt mit diesem Kapital Anteile am Unternehmen und partizipiert an dessen Erfolg oder Misserfolg. Im Unterschied zum Darlehen muss Beteiligungskapital nicht zurückgezahlt werden, sondern verbleibt im Unternehmen.


Beteiligungsprojekt

Wirtschaftliche Unternehmung, bei der Beteiligungskapital eingebracht wird. Es kann auf ein bestimmtes Projekt, wie zum Beispiel die Bestückung eines größeren Gebäudes mit Fotovoltaikanlagen begrenzt sein oder ein ganzes Unternehmen umfassen.


Betreibergesellschaft

In einer Betreibergesellschaft schließen sich Nutzer und Hersteller/ Betreiber zusammen. Es geht in der Regel um ein definiertes Objekt, wie z. B. einer Freifeld-PV-Anlage, einem Heizkraftwerk oder anderen kommunalen Einrichtung. Eine Betreibergesellschaft kann die Ausarbeitung von Verträgen, Finanzierung, Planung und Bau, sowie den späteren technischen und kaufmännischen Betrieb der Anlagen zur Energiebereitstellung und Verteilung übernehmen. Als Gesellschaftsform kommen hierbei Gesellschaften mit beschränkter Haftung in Frage, das heißt die Gesellschafter haften nur in Höhe ihrer Einlage, nicht aber mit ihrem Privatvermögen (z. B. GmbH & Co. KG).


Betreibermodell

Betreibermodelle haben ihren Ursprung in Infrastrukturprojekten. In diesem Zusammenhang wird auch oft von Joint Venture zwischen öffentlichen Körperschaften und Privatunternehmen, oder Public Private Partnership (PPP) gesprochen. Dabei werden entweder Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb, oder nur der Betrieb einer Infrastruktur für die Erfüllung öffentlicher Aufgaben an ein privates Unternehmen (Konzessionsnehmer) vergeben. Die Kommune bezahlt den Konzessionsnehmer für die Nutzung beziehungsweise für die Bereitstellung/ den Betrieb der Infrastruktur. Betreibermodelle finden auch in der privaten Wirtschaft Anwendung. Ein Betrieb kann Finanzierung, Planung, Bau und Betrieb von Produktionsanlagen an ein externes Unternehmen vergeben und bezahlt dieses für die Bereitstellung und den Betrieb der Anlage.


Betriebskosten

Diese Kosten fallen an, um den Betrieb einer Wirtschaftsanlage zu gewährleisten. Sie umfassen Personal- und Verbrauchskosten, aber auch Kosten für Rohstoffe zur Produktion. Den Gegensatz bilden hierzu die Investitionskosten.


Bioabfall

Bioabfall ist organischer Abfälle (tierisch oder pflanzlich) kann entweder kompostiert oder energetisch genutzt werden.


Biodiesel

Biodiesel ist in Deutschland der gängigste Biokraftstoff. Er wird mittels Umesterung aus Pflanzenölen unter dem Einsatz von Alkoholen gewonnen. Die Pflanzenöle können aus allen ölhaltigen Pflanzen gewonnen werden (Raps, Jatropha, Ölpalme,…). Produzenten müssen für die Biotreibstoffproduktion die Nachhaltigkeitsnachweise erbringen (Nahhaltigkeitsverordnung). Biodiesel kann entweder direkt in Dieselmotoren eingesetzt oder dem mineralischen Diesel beigemischt werden. Als Nebenprodukte bei der Biodieselproduktion fällt Glycerin an, das in der chemischen Industrie eingesetzt wird.


Bioenergie

Energie, die aus festen, flüssigen oder gasförmigen organischen Stoffen (Biomasse) gewonnen wird. Die Biomasse kann entweder extra für die Energiebereitstellung angebaut werden, oder es werden organische Reststoffe aus Land- und Forstwirtschaft, sowie der Lebensmittelindustrie genutzt. Möglich ist die Bereitstellung von thermischer und elektrischer Energie, aber auch die Produktion von Treibstoffen. Bioenergie ist regenerativ da nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie die Pflanzen während ihres Wachstums gebunden haben. Dies gilt natürlich nur, wenn diese pflanzlichen Stoffe nicht über weite Strecken transportiert werden und für den Transport fossile Rohstoffe eingesetzt werden.


Bioenergiepark

Die räumliche Zusammenfassung mehrerer Biogasanlagen. Die Anlagen nutzen eine gemeinsame Infrastruktur, somit sind Wartung und Betrieb leichter zu organisieren und erhöht die Wirtschaftlichkeit. Ein Kritikpunkt ist, dass die Biomasse für große Bioenergieparks über weite Strecken angeliefert werden muss, da in der nahen Umgebung nicht genügend Biomasse zur Verfügung steht. CO2- und Energiebilanz werden dadurch verschlechtert.


Bioethanol

Ist Ethanol, das ausschließlich aus Biomasse hergestellt wurde. Die Stärke, die in der Biomasse enthalten ist, wird mit Enzymen in Glukose aufgespalten. Die Vergährung erfolgt mit Hefepilzen. Bisher wird Bioethanol hauptsächlich aus Getreide, Zuckerrüben und Zuckerrohr hergestellt. Zukünftig sollen auch pflanzliche Abfallprodukte, wie Stroh und Holzreste zu Ethanol verarbeitet werden.


Biogas

Gemisch aus Methan, Kohlenstoffdioxid und in geringem Maße anderen Gasen. Das in Biogasanlagen produziert Biogas entsteht durch die anaerobe (sauerstofffreie) Vergärung von organischem Material. Die energetische Nutzbarkeit des Faulgases hängt vom Methangehalt des Biogases ab. Biogas kann direkt in Blockheizkraftwerken für die Strom- und Wärmeproduktion verwendet oder in das Gasnetz eingespeist werden, wenn es entsprechend aufbereitet wurde.


Biogasanlage

Die Anlage dient der Produktion von Biogas. Sie besteht im Prinzip aus einem oder mehreren Faulbehältern (Fermenter) und einem Nachgärer, einer abgedeckten Vorgrube, einem Gärrestebehälte, sowie einem Biogasspeicher. Das Gas wird in vielen Fällen direkt vor Ort in einem Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung verbrannt. Die anfallende Wärme kann für Heizzwecke genutzt werden. Alternativ kann das Gas aufbereitet und in das Gasnetz eingespeist werden. Das Verfahren zur Aufbereitung besteht im Wesentlichen aus vier Schritten: Entschwefelung, Trocknung, Trennung der im Rohbiogas enthaltenen Gase und Konditionierung (Anpassung der Gasbeschaffenheit/-eigenschaften an die Beschaffenheit des Erdgases im Netz). Die Rückstände einer Biogasanlage können als Dünger auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden.


Biokraftstoff

Ist ein aus Biomasse gewonnener Kraftstoff, der in Heizungen und Verbrennungsmotoren (stationär in Blockheizkraftwerken, oder in Fahrzeugen) eingesetzt werden kann. Hierzu zählen synthetische Biomass-to-Liquid (BtL) -Kraftstoffe, Pflanzenöle, Biogas/ Biomethan, Bioethanol und Biodiesel.


Biomass-to-Liquid

Alle Verfahren, die aus Biomasse flüssige Kraftstoffe erzeugen. Dies geschieht i.d.R. Mittels Pyrolyse, das heißt die Biomasse wird unter Hitze in ein Pyrolysegas überführt. Nach Reinigung des Gases in einem chemischen Verfahren wird es verflüssigt und kann als Treibstoff genutzt werden. Das Verfahren stammt ursprünglich aus der Kohleverflüssigung.


Biomasse

Biomasse ist die gesamte organische Substanz. Sie dient als Nahrung und Futter, als Rohstoff (Nachwachsende Rohstoffe) und/ oder Energieträger. Energetisch wurde Biomasse früher hauptsächlich in Form von Stückholz für Heizzwecke genutzt. Seitdem die Nutzung von Biomasse durch das EEG gefördert wird, nimmt die Bedeutung der Biomasse in der Stromerzeugung stark zu. Die Biomasse wird hier hauptsächlich in Biogasanlagen zu Biogas vergoren. Aus einer Tonne Frischmasse lassen sich je nach Art der Biomasse unterschiedliche Mengen Biogas mit unterschiedlichen Eigenschaften gewinnen

Material Biogasertrag [m³/t
Frischmasse FM]
Methangehalt
Maissilage 202 52 %
Grassilage 172 54 %
Roggen-GPS 163 52 %
Futterrübe 111 51 %
Bioabfall 100 61 %
Hühnermist 80 60 %
Zuckerrübenschnitzel 67 72 %
Schweinemist 60 60 %
Rindermist 45 60 %
Getreideschlempe 40 61 %
Schweinegülle 28 65 %
Rindergülle 25 60 %

Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Biogas Basisdaten Deutschland, Stand Juni 2010): Vorteil der Biomassenutzung ist, dass sie regenerativ ist. Ein großer Nachteil der verstärkten Nutzung ist die Verbreitung von Monokulturen für die Energieerzeugung, sowie die Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.


Biomasse-Potenzial

Die Potenziale dienen zur Abschätzung des möglichen Beitrags der Biomasse an der Rohstoff- und Energiebereitstellung. Dabei wird betrachtet, welche Rohstoffmengen oder Anbauflächen in einem bestimmten Gebiet als nachwachsende Rohstoffe verfügbar sind. Unterschieden wird dabei zwischen verschiedenen Potenzialarten:
Theoretisches Potenzial: Stellt die Obergrenze des Potenzials dar. Es umfasst die gesamte Menge nachwachsender Rohstoffe/ Biomasse, die in einem bestimmten Gebiet in einem bestimmten Zeitraum zur Verfügung steht.
Technisches Potenzial: Ist ein Teil des theoretischen Potenzials, der unter Berücksichtigung verschiedener begrenzender Faktoren nachhaltig zur Verfügung steht. Diese Faktoren sind:

  • Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen unter der Annahme einer vorrangigen Nahrungsmittelproduktion, 
  • Erhaltung natürlicher Stoffkreisläufe und Einhaltung ökologischer Grenzen, 
  • Kein Raubbau an der Natur (z. B. Auslaugen der Böden und Reduktion des Humusgehaltes im Boden), 
  • Einschränkungen durch Verluste bei der Stoffumwandlung und bei der Umwandlung in eine nutzbare Energieform 
  • Technische Hemmnisse
Wirtschaftliches Potenzial:
Ist der Teil des technischen Potenzials, der sich wirtschaftlich nutzen lässt. Dabei dürfen die Energiegestehungskosten maximal so hoch sein, wie die Gestehungskosten aus fossilen Energieträgern. Berücksichtigt werden hierbei auch Förderungen vom Staat. Das wirtschaftliche Potenzial ist stark abhängig von der Preisentwicklung von Nahrungsmittel, fossiler Energieträger und der Entwicklung der Umwandlungstechnologien, sowie von politischen Rahmenbedingungen.


Biomasseverordnung

Die Biomasseverordnung regelt für den Anwendungsbereich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) welche Stoffe (tierisch, organisch) als Biomasse gelten. Zudem ist geregelt mit welchen Verfahren sie für die Stromerzeugung genutzt werden müssen, um nach dem EEG vergütet zu werden, und welche Umweltanforderungen zu beachten und einzuhalten sind.


Blockheizkraftwerk (BHKW)

Blockheizkraftwerke arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, das heißt es wird die bei der Stromproduktion anfallende Wärme genutzt. Sie werden in der Regel mit gängigen Verbrennungsmotoren betrieben. Am weitesten verbreitet ist Erdgas als Treibstoff, es kann aber Bio-, Klär-, oder Deponiegas, sowie Heizöl und Treibstoffe genutzt werden. Essentiell für den wirtschaftlichen Betrieb eines BHKW ist eine geregelte Wärmeabnahme. Daher werden BHKWs oft nur so ausgelegt, dass sie den Grundwärmebedarf decken, für größeren Wärmebedarf wie im Winter, werden zusätzlich Spitzenkessel zu reinen Heizzwecken bereitgehalten.


BMU

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit


Bohrfortschritt

(engl. ROP rate of penetration)Vortriebsgeschwindigkeit des Bohrers, wird meist in Metern pro Stunde angegeben. Widerstandsfähige Gesteine führen zu längeren Bohrzeiten, da der Bohrmeißel nur langsam vorankommt und sich dabei schnell abnutzt, weshalb zudem mehr Bohrmeißel benötigt werden, als bei weniger widerstandsfähigen Gesteinen. Daher spielt die Wahl des für das jeweilige Gestein am besten geeigneten Bohrmeißels eine große Rolle, um sowohl die Bohrzeiten als auch die Anzahl der Bohrmeißel so gering wie möglich zu halten, damit sich die Bohrung nicht unnötig verteuert.


Bohrgestänge

(engl. drill pipe) Dies sind circa 10 Meter lange Rohre, die an beiden Enden Gewindeanschlüsse haben. Die über Gewinde verschraubten Stangen bilden den Bohrstrang. Das Gewicht des aus Stahl bestehenden Bohrstrangs erhöht sich mit zunehmendem Bohrfortschritt, da immer mehr Bohrstangen hinzukommen, d.h. am Ende der Bohrung muss das gesamte Gewicht vom Hebesystem über einen Flaschenzug gehandhabt werden.


Bohrklein

Bohrklein (engl. cuttings) bezeichnet die vom Meißel zerkleinerten Gesteinsteile. Sie werden mit der Bohrspülung an die Erdoberfläche befördert.


Bohrmeißel

Am Ende des Bohrgestänges befindet sich ein Bohrmeißel, welcher das Gestein zerstört und es zu Bohrklein verarbeitet. Es gibt zwei Hauptgruppen von Meißeln, die Rollenmeißel und die Diamantmeißel. Damit der Meißel einen konstant hohen Druck auf das Gestein an der Bohrsohle ausüben kann, befinden sich über dem Meißel sogenannte Schwerstangen, die das nötige Zusatzgewicht aufbringen.


Bohrrisiko

(engl. drilling risk) Unter Bohrrisiko versteht man während einer Bohrung auftretende technische Risiken. So kann z.B. der Bohrmeißel im Bohrloch steckenbleiben, welches das Projekt zeitlich und finanziell belastet. Dieses Risiko wird durch eine Versicherung abgedeckt.


Bohrrisiko

(engl. drilling risk) Unter Bohrrisiko versteht man während einer Bohrung auftretende technische Risiken. So kann z.B. der Bohrmeißel im Bohrloch steckenbleiben, welches das Projekt zeitlich und finanziell belastet. Dieses Risiko wird durch eine Versicherung abgedeckt.


Bohrspülung

Die im Wesentlichen aus einem Wasser-Ton-Gemisch (Schlamm) bestehende Bohrspülung wird im Bohrgestänge nach unten gepumpt. Sie dient in erster Linie zur Stabilisierung des Bohrlochs, der Kühlung des Meißels, nimmt das abgeraspelte Gestein (Bohrklein) auf und bringt es zur Oberfläche. Bei der Verwendung von Meißeldirektantrieben erfolgt der Antrieb des Meißels durch die hinuntergepumpte Bohrspülung, die Bohrstange dreht sich nicht oder nur wenig. Die verschiedenen Verfahren mit Direktantrieb ermöglichen es die Bohrung gezielt vom lotrechten Pfad abzulenken und schräg nach unten oder sogar horizontal zu bohren.


Bohrung

An tief unter der Erdoberfläche lagernde feste Rohstoffe gelangt man durch Bergwerke (z.B. zum Steinkohleabbau) während zum Abbau flüssiger oder gasförmiger Rohstoffe Bohrungen erforderlich sind. Dazu wird das Bohrloch nach Erreichen des unterirdischen Ziels von oben bis unten mit Stahlrohren (Casing) ausgekleidet, welche mit Zement an der Bohrlochwand befestigt sind. Dadurch wird zum einen ermöglicht, dass die Rohstoffe z.B. Erdöl, Erdgas oder Thermalwasser gefördert werden können ohne, dass

  • auf dem Weg nach oben eine Verunreinigung 
  • bei Thermalwasser eine Abkühlung durch zufließendes Wasser aus höheren Bereichen stattfindet 
  • die gesamte Menge oben ankommt und nicht in höheren Bereichen der Bohrung in Hohlräume entweicht. 
Gleichzeitig wird verhindert, dass oberflächennahe Grundwasser nicht durch die geförderten Flüssigkeiten (z.B. Erdöl, Thermalwasser) kontaminiert wird. Tiefbohrungen, welche für die Förderung von Thermalwasser aus großen Tiefen erforderlich sind, können nur von wenigen spezialisierten Bohrfirmen in Deutschland durchgeführt werden.


Bohrvertrag

Ein Bohrvertrag regelt die Bezahlung der erbrachten Leistung. Er beruht entweder auf dem Preis pro Bohrmeter (Leistungsvertrag) oder einem Preis pro Bohrtag (Tagesratenvertrag). Der Leistungsvertrag hat den Vorteil für Gemeinden, dass die Abrechnung einfach ist, aber durch Sicherheitszuschläge der Gesamtpreis der Bohrung hoch sein wird. Demgegenüber kann beim Tagesratenvertrag, wenn keine Komplikationen auftreten, die zu Verzögerungen führen, ein deutlich geringerer Gesamtpreis resultieren. Treten jedoch erhebliche Probleme auf, müssen beim Tagesratenvertrag auch die Ausfallzeiten bezahlt werden, an welchen nicht gebohrt wurde. Im Allgemeinen schließt man mit der Bohrfirma einen GU-Vertrag ab (General-Unternehmer-Vertrag), da nicht nur die Bohrung selbst sondern weitere Maßnahmen von anderen Spezialfirmen (z.B. für geophysikalische Bohrlochmessungen, Stimulation, Pumptests) durchgeführt werden müssen, die zur erfolgreichen Durchführung und Nachweis des Erfolgs notwendig sind. In diesem Fall erfolgen die Vertragsverhandlungen nur mit dem GU, der die weiteren Spezialfirmen den Erfordernissen entsprechend einbindet. Weltweit hat sich bewährt, dass ein Unternehmen mit der Umsetzung des Projekts betraut wird, welche aus einem konsortialen Zusammenschluss von mehreren Spezialfirmen besteht (so genanntes Partnerschaftsmodell) und nicht nur die Erschließung der Ressource, sondern auch die davor durchzuführende Erkundung und den im Anschluss benötigten Bau der Anlage d.h. sämtliche Abschnitte der Wertschöpfungskette abdeckt. Dieses erfolgreiche Modell konnte sich in Deutschland bislang noch nicht durchsetzen.


Brauchwasser

Warmwasser, das in Bad und Küche benötigt wird.


Brennstoffzelle

In Brennstoffzellen wir gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt (Kraft-Wärme-Kopplung). Es wird die Reaktionsenergie eines kontinuierlich zugeführten Brennstoffes mit einem Oxidationsmittel in elektrische Energie gewandelt. Die wohl bekannteste Art der Brennstoffzelle ist die Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle, bei der als Abfallprodukt fast nur Wasser entsteht. Potenziell sind Brennstoffzellen effizienter, als auf Verbrennungsprozessen basierende Kraftwerke. Allerdings ist die Erzeugung und Speicherung von reinem Wasserstoff aufwändig, energieintensiv und teuer.


Brennwert

Der Brennwert enthält auch die versteckte Wärme des bei der Verbrennung entstandenen Wasserdampfs. Er ist daher höher, als der Heizwert und beschreibt die gesamte bei einer Verbrennung entstehende Wärmemenge.


Brennwertkessel

Brennwertkessel nutzen auch die im Wasserdampf des Abgases enthaltene Energie für die Wärmebereitstellung, die bei älteren Heizkesseln durch den Schornstein verloren geht. Sie erreichen dadurch einen höheren Wirkungsgrad als herkömmlichere Heizsysteme und stellen die modernste Heizkesseltechnologie für die Erdgas- oder Heizölnutzung dar. Erreicht wird der höhere Wirkungsgrad durch das vollständige Auskondensieren des bei der Verbrennung entstehenden Wasserdampfes. Das Abgas wird dafür unter eine bestimmte Temperatur (Taupunkt) abgekühlt und kondensiert unter Wärme- bzw. Energieabgabe.


BtL-Kraftstoff

(Biomass to Liquid, deutsch: Biomasseverflüssigung) bezeichnet synthetische Kraftstoffe, die aus Biomasse hergestellt werden. Hierbei wird die Biomasse zuerst zu Synthesegas vergast, und in einem zweiten Schritt über eine Fischer-Tropisch-Synthese der flüssige Kraftstoff erzeugt. Diese Syntheseform basiert auf der Kohleverflüssigung, welche auf Biomasse übertragen wird.


Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)

Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, andere Immissionen oder ähnliche Vorgänge. Das BImSchG regelt im Bereich des Umweltrechts und gehört in diesem Gebiet zu den praxisrelevantesten Gesetzen. Im Gesetz wird der Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen geregelt.


Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV)

Ist die Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG). Es gibt mehrere Verordnungen zu verschiedenen Teilbereichen des BImSchG (Stand Dez. 2010: 1. Bis 39. BImSchV).


Bundesberggesetz (BBergG)

Regelt alle bergrechtlichen Fragen. Die Themen reichen von Erkundungen, Abbau von Rohstoffen bis zur Schließung von Tagebauen und Bergwerken. Des Weiteren regelt das Gesetz die Zuständigkeit der Bergbehörden bei den Bergbau betreffenden Fragen.


Bundesnaturschutzgesetz

Bundesnorm deren Aufgabe die Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes ist. Regelt unter anderem die Grundlagen für die Ausweisung von Naturschutzgebieten. Der Bundesgesetzgeber betont in § 1 III Nr. 4 BNatSchG die besonderen Bedeutung der erneuerbaren Energien für die nachhaltige Energieversorgung der Bundesrepublik.


Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat zum 13. Juli 2005 in Bonn ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist aus der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation hervorgegangen und hat die Aufgabe für weitere Entwicklung auf dem Elektrizitäts-, Gas-, Telekommunikations-, Post- und seit 2006 auch auf dem Eisenbahninfrastrukturmarkt zu sorgen. Dies soll durch Liberalisierung und Deregulierung erreicht werden. Um die Regulierungsziele durchsetzen zu können, hat sie viele Instrumente und Verfahren, unter anderem auch Sanktionsmöglichkeiten, zur Verfügung gestellt bekommen.


Bürgerbeteiligung

Diese Art der Beteiligungen ermöglicht es den Bürgern sich inhaltlich und ggf. finanziell an Projekten zu beteiligen. Breite Anwendung finden verschiedene Formen der Bürgerbeteiligung im Bereich der erneuerbaren Energien. Dadurch hat jeder Bürger die Möglichkeit am wirtschaftlichen Erfolg solcher Projekte und der inhaltlichen Ausgestaltung teilzuhaben, was sich oftmals positiv auf die Akzeptanz in der Bevölkerung niederschlägt.


Bürgerkraftwerke

Sind Kraftwerke, die gemeinsam von Bürgern finanziert und betrieben werden. Initiatoren können einzelne Personen, Interessenverbände oder Vereine, aber auch Kommunen sein. Für Bürgerkraftwerke bieten sich verschiedene Gesellschaftsformen an.


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