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15.05.2012

Klimawandel: Experten diskutieren im Leutkircher Informationszentrum „Nachhaltige Stadt“

Rund 40 Besucher, unter ihnen auch Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle und EnBW-Regionaleiter Hartmut Reck, waren in das Informationszentrum "Nachhaltige Stadt" im Leutkircher Bürgerbahnhof gekommen, um mit dem Wetterexperte Roland Roth, dem Landwirt Franz Krug, Julian Aicher als Fachmann für regenerative Energien sowie Waldpädagoge und dem Diplom-Biologe Rainer Schall ihre konkreten Erfahrungen mit dem Klimawandel aus zu tauschen und zwar unter dem Thema: "20 Jahre nach Rio – Klimawandel erleben!"

In einem Film über den Klimawandel wurde den Besuchern drastisch vorgestellt, was alles an Abholzung und Verschmutzung von statten gegangen ist. So wurde auch erwähnt, dass jeder Bundesbürger täglich zwölf Kilogramm CO2 produziert. "Wetterfrosch" Roth erklärte, dass er schon vor mehr als 20 Jahren vor dem Klimawandel gewarnt habe. Obwohl informiert habe die Wissenschaft das Phänomen zwei Jahrzehnte lang verschlafen. Die letzten Winter seien all durch die Bank zu warm gewesen. Das Klima in Leutkirch sei heute dem von Ravensburg vor 30 Jahren ähnlich. Das Ravensburger-Wetter sei heute mit dem von Konstanz vor drei Jahrzehnte zu vergleichen und dieses wiederum mit dem von Freiburg in den Achzigern. Wobei Freiburg sich jetzt schon in mediterranen Gefilden bewege. In diesem Jahr sei der 28. April schon ein Hitzetag gewesen, ein Novum bei Wetteraufzeichnung. Den Klimawandel an sich kann man, so Roth nicht mehr stoppen oder gar rückgängig machen. Bei verantwortlichem Handeln sei nur einen Verlangsamung möglich.

Auch Energiefachmann Aicher beklagte den Klimawandel, zeigte sich aber doch erfreut, dass schon so manches bei der regenerativen Energie auf den Weg gebracht worden ist. Bei der Nutzung der Wasserkraft vermisst er den politischen Willen zum Handeln und weiteren Ausbau. Das Ende der Fahnenstange sei noch lange nicht erreicht.

Waldpädagoge Schall erklärte, dass man den Klimawandel auch im Wald schon feststellen könne, wenn man genau hinschaue. Gerade die Jugendlichen will er dafür gewinnen, am Schutz und Erhalt des Waldes mit zu arbeiten. Schon heute blühten mache Pflanzen schon acht bis zehn Tage früher als noch vor Jahren. Späte Nachtfröste würden sie dann nachhaltig schädigen. Seiner Meinung nach muss der Baumbestand in den nächsten Jahren aufgrund des Wassermangels umgerüstet werden. Tannen mit langen Wurzeln würden den Flachwurzler und Brotbaum Fichte ersetzen. Es müssten aber auch vermehrt Laubbäume eingebracht werden.

Landwirt Krug stellte fest, dass man den Kampf gegen den Klimawandel politisch nur im Miteinander gestalten könne. Als Beispiel für den Wandel erwähnte er die Sprünge, die die Nadel in seinem Barometer immer wieder vollziehe. Dies habe es früher nicht gegeben. Seine 120 Kühe haben die Wahl, ob sie im Winter oder im Sommer ihren Tag auf den Weide oder im Stall verbringen. Aber gerade, wenn es besonders warm sei, zögen sich die Tiere in den Stall zurück und die kämen immer häufiger vor.

Talkrunde "20 Jahre nach Rio - Klimawandel erleben!", 14.05.2012

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